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Diabetes: Die Alphazelle+Glukagon

9. Juli 2010 - 08:54 Uhr

Glukagon hilft dem Körper längere, anstrengende Tätigkeiten zu bewältigen. Aber auch bei längerer Zeit ohne Essen wird das Hormon lebenswichtig. Wenn wir uns bewegen, verbrennt der Körper zuerst die Glucose, die in den Zellen und im Blut vorhanden ist. Wenn diese Energie verbraucht ist, wird auf die gespeicherte Form Glykogen zurückgegriffen. Damit die Zellen das Signal dazu bekommen, sendet der Körper das Hormon Glukagon aus.
Glukagon wird in den Alpha-Zellen der Langerhans Inseln gebildet und wie die meisten Hormone wird es direkt in die Blutbahn ausgeschüttet.

Nur an den Zielzellen, also den Leber und Muskelzellen kann das Hormon andocken. Bei allen anderen Zellen kann es nicht andocken und hat daher keine Wirkung. Ein Rezeptor ist ein Protein, das in der Zellmembran der Zelle steckt und eine Verbindung ins Zellinnere hat. Wozu braucht es das? Glukagon ist, wie Insulin, ein wasserlösliches Hormon. Ein sogenanntes Peptid. Es kann nicht durch die wasserabweisende Zellmembran hindurch. Daher muss die Nachricht zum Abbau von Glykogen außen an die Zelle getragen werden, um dann innen weitergegeben zu werden

Glukagon löst einen ganz ähnlichen Mechanismus aus, wie das Hormon Adrenalin. Durch Austausch von GDP durch GTP wird eine Untereinheit instabil und löst sich aus dem Verbund. Sie aktiviert die Adenylylcyclase. Diese stellt nun viel cyclisches AMP (Adenosinmonophos-phat) her, das sofort an der Proteinkinase A bindet. Diese gibt eine Phosphatgruppe an die Phosphorylase-Kinase ab. Aber erst wenn zusätzlich Kalziumionen aus dem ER ins Zytosol strömen, wird die Phosphorylase-Kinase richtig aktiv. Jetzt kann das Glykogen abgebaut werden.

Die Hormone Insulin und Glukagon sorgen also dafür, dass für den Körper immer genug Energie bereit gestellt ist. Sie sind Stellglieder eines Regelkreises, der den Sollwert des Blutzuckers durch negative Rückkoppelung im Gleichgewicht hält. Steigt der Blutzuckerspiegel, also der Sollwert, nach einer Mahlzeit an, dann schütten die ß-Zellen Insulin ins Blut, bis der Soll-Wert wieder erreicht ist. Den Unterschied zwischen Soll-Wert und Ist-Wert nennt man Stellwert. Dieser Wert ist ausschlaggebend für die Insulinmenge, die ausgeschüttet wird.

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